

26. Mai 2026
Am Vormittag des 26. Mai fanden zwei zentrale Veranstaltungen des zehnten Forums zur Zusammenarbeit der Häfen der maritimen Seidenstraße 2026 – die Konferenz zur Zusammenarbeit mit befreundeten Häfen der maritimen Seidenstraße sowie das hochrangige Rundtischgespräch zur Hafen- und Schifffahrtsbranche – im Internationalen Konferenzzentrum Ningbo statt. Jens Meier, Präsident der Internationalen Hafenvereinigung (IAPH) und Geschäftsführer der Hamburger Hafenbehörde, sowie Anke, Hauptrepräsentantin des Hamburger Büros für China, nahmen an diesen Veranstaltungen teil.
Gemeinsame Diskussion über neue Veränderungen in der Hafen- und Schifffahrtsbranche – Aufbau von Stabilität und gemeinsamer Erfolgsgrundlage
Im Rahmen des Forums wurde erstmals die Veranstaltungsreihe „Wohnzimmer der maritimen Seidenstraße“ ins Leben gerufen. Vier renommierte Gäste aus Hochschulen, Hafenbetrieben, Reedereien und Beratungsunternehmen wurden eingeladen: Professor Chen Kang, Doktorvater an der Dalian Maritime University; Anke, Hauptrepräsentantin des Hamburger Büros für China; Kapitän Zhou Jianfeng, Geschäftsführer der Hongkonger Reederei Wah Kwong Shipping; Du Yu, Generalmanager des chinesischen Bereichs bei Drewry Shipping Consultants.
Die vier Experten führten einen tiefgreifenden Austausch zu zentralen Themen wie den strukturellen Umbrüchen im globalen Hafen- und Schifffahrtsgefüge, der Neuausgewogenheit von Sicherheit und Effizienz sowie der gemeinsamen Lösung von Herausforderungen im Bereich Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Die ausgewählten Themen sowie die einsichtigen Ausführungen der Gäste zogen zahlreiche Teilnehmer des Forums an, die den Gesprächen lauschten.
Ankes Ausführungen: Europäische und chinesische Häfen sollten gegenseitiges Vertrauen vertiefen, um den doppelten Wandel zu Nachhaltigkeit und Digitalisierung gemeinsam zu bewältigen
In seinem Vortrag bezog sich Anke auf Praxiserfahrungen des Hamburger Hafens und erläuterte, dass europäische Häfen vor dem doppelten Druck langfristiger nachhaltiger Transformation und kurzfristiger geopolitischer Einflüsse stehen. Er betonte, dass Energiesicherheit und Umweltfragen heute eng verzahnt sind, während uneinheitliche Digitalisierungsstandards neue Risiken im Bereich der Datensicherheit mit sich bringen. Im Vergleich zu chinesischen Hafenstrukturen fehlt in Europa eine übergreifende nationale Strategie; Häfen einzelner Staaten und Regionen stehen zumeist im Wettbewerb zueinander, wodurch aber vielfältige Erfahrungen und komplexe Verwaltungsregeln entstanden sind.
Obwohl sich die Hafenstrukturen Chinas und Europas unterscheiden, hängen beide Wirtschaftsräume stark vom internationalen Handel ab – dies bildet die gemeinsame Interessengrundlage für eine Zusammenarbeit. Anke schlug vor, dass China und Europa ausgehend vom Memorandum zu „grünen Schifffahrtskorridoren“ Reedereien, Terminalbetreiber und Logistikunternehmen in die gemeinsame Erarbeitung technischer Lösungen einbinden sollen. Er hofft, dass das Forum zur maritimen Seidenstraße weiterhin einen offenen und pragmatischen Austausch fördert und äußerte die Zuversicht: „Nächstes Jahr wird es noch besser werden.“
Am 27. Mai wurde das zehnte Forum zur Zusammenarbeit der Häfen der maritimen Seidenstraße 2026 offiziell in Ningbo eröffnet. Mehr als eintausend Gäste aus über 70 Ländern und Regionen trafen sich am Ostqian-See zum Jubiläumstreffen, um neue Impulse für eine nachhaltige Entwicklung der globalen Hafen- und Schifffahrtswirtschaft zu setzen.
Jens Meier hielt als Präsident der Internationalen Hafenvereinigung (IAPH) und Geschäftsführer der Hamburger Hafenbehörde eine Hauptrede mit Ausführungen zum Meeresschutz und zur kooperativen Entwicklung der Hafenwirtschaft.
Das Forum steht unter dem Motto „Stabile Vernetzung – Gemeinsamer Erfolg für die Zukunft“. Es nimmt die Risiken einer Fragmentierung des Welthandels sowie Herausforderungen für globale Lieferketten in den Fokus: „Stabilität“ zielt auf den Aufbau widerstandsfähiger und schnell regenerierbarer Hafen- und Logistiknetze ab; „Vernetzung“ steht für eine grenz- und systemübergreifende offene Zusammenarbeit; „Gemeinsamer Erfolg“ drückt die klare Ablehnung von Handelsschutzpolitik sowie die Verteidigung multilateraler Wirtschaftsordnungen aus. Das Motto knüpft an zehnjährige Kooperationserfahrungen an und gibt zugleich die Entwicklungsrichtung für die kommenden Jahre vor.