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Wirschaftsexpress June 2010 - Geplante Zinserhöhung - 12. Selbstmordversuch im Foxconn Shenzhener Werk - Überschuldung der lokalen Regierungen - 4. Flugknotenpunkt – Wuhan - Erholung des Immobilienmarktes im Bereich Büro- und Ladenvermietung - Delegationsreise nach China im August 2010: für Unternehmer mit Interesse in der chinesischen Werbe-, Kommunikations- und Marketingbranche
- Geplante Zinserhöhung Nach Einschätzungen verschiedener Geldinstitute wird China aufgrund der höheren Inflationsrate eine Zinserhöhung im dritten Quartal vornehmen müssen. Bisher hat die chinesische Zentralbank dreimal die hinterlegten Garantien der Geschaeftsbanken erhöht, um so den Umfang des Geldkreislaufes zu beschränken. Der CPI betrug im April 2,8 Prozent und liegt damit ganz nah an dem gesteckten Ziel der Zentralregierung von drei Prozent für das Jahr 2010. Obwohl die Regierung die Anlageinvestitionen reduzierte, sind die Zahlen der neuen Bauprojekte im Januar und Februar unverändert geblieben. Die Investitionsvolumina sind vergleichsweise um 42,8 Prozent gestiegen. Durch die beiden Entwicklungen kann davon ausgegangen werden, dass es zu einem enormen Preisdruck im Bereich der Baumaterialien kommen wird. Durch eine Zinserhöhung wird es zu einer Aufwertung des RMB kommen. Die Aufwertung des RMB kann den exportorientierten Industriebranchen Schwierigkeiten bereiten. Des Weiteren kann eine Zinserhöhung zu höheren Finanzkosten innerhalb des Unternehmens führen. Der dadurch ausgelöste Mechanismus ist ein zweischneidiges Schwert und in den verschiedenen Ministerien sehr umstritten. - 12. Selbstmordversuch im Foxconn Shenzhener Werk Foxconn gilt als einer der erfolgreichsten und größten Investoren aus Taiwan. Foxconn besitzt auf dem Festland mehrere Produktionsstätten für Elektrogeräte. Allein in Shenzhen beschäftigt das Unternehmen über 400.000 Mitarbeiter. In diesem Jahr häufen sich die negativen Schlagzeilen über Foxconn. Allein im Shenzhen-Werk gab es dieses Jahr 12 Selbstmordversuche. Die Unternehmenskultur, die Arbeitsbedingungen und die psychologische Problematik in den Werken werden als Begruendung nicht ausgeschlossen. In den vergangen 30 Jahren ist China zu einer der Weltproduktionsstätten herangewachsen. Diese rasante Entwicklung birgt neben den entstandenen Vorteilen auch erhebliche Nachteile: Etwa 85 Prozent der Mitarbeiter in Foxconn sind zwischen 18 bis 25 Jahre alt. Diese Generation ist zum größten Teil auf dem Land aufgewachsen und ist nach einer wissenschaftlichen Studie psychisch sehr labil. Rückschläge innerhalb der Arbeit oder eine Überforderung können bei der psychisch eher labilen Generation Selbstmordgedanken auslösen. Für viele Investoren in China zählt allein der Kostenfaktor und der damit verbundenen Wettbewerbsvorteil. Die Arbeitsbedingungen und die Betreuung der Mitarbeiter wurden bis dato eher außer Acht gelassen. Die Selbstmordversuche der Foxconn Mitarbeiter alarmieren nicht nur die Unternehmen, sondern auch die Experten und Behörden. Das bisher sehr positive Image von Foxconn hat unter den Selbstmordversuchen erheblich gelitten. - Überschuldung der lokalen Regierungen Die Wachstumsrate der Steuereinnahmen durch die lokalen Regierungen ist nach Angaben des Finanzministeriums niedriger als die Wachstumsrate durch die Zentralregierung. Um die Wirtschaft im Hinblick auf die Finanzkrise anzukurbeln und die Investitionsanforderungen der Zentralregierung erfüllen zu können, werden die lokalen Regierungen unter anderem in den Bereichen Infrastruktur und Immobilien über mehrere Jahre investieren. Folglich müssen die lokalen Regierungen weitere Kredite aufnehmen, um die neuen Projekte finanzieren zu können womit deren Verschuldung weiter steigen wird. Das Bewertungssystem im chinesischen Beamtenwesen ist an das wirtschaftliche Wachstum gekoppelt. Eine überdurchschnittlich hohe Wachstumsrate wird von den lokalen Regierungschefs angestrebt und gilt als oberstes Ziel. Dabei gilt die Methode ständig neues Geld in die Wirtschaft zu pumpen als eine schnelle und effiziente Methode. Gleichzeitig sollte der Standard im Sozialwesen verbessert werden, unter anderem in den Bereichen des Krankenwesens und des Bildungswesens. Durch die Anweisungen der Zentralregierung sind die lokalen Regierungen gezwungen mehr auszugeben als es die Einnahmen zulassen würden. Es gab Befürchtungen, dass sich die Überschuldungen der lokalen Regierungen zuspitzen könnte, falls die Wirtschaft Chinas keine zweistelligen Wachstumsraten nachweisen kann. Diese Befürchtung und das Risiko ist auch weiterhin und für die Zukunft präsent. Die Zentralregierung sowie die Zentralbank sind sich einig, die Kreditaufnahme der lokalen Regierungen zu kontrollieren. 4. Flugknotenpunkt – Wuhan Der Bau des dritten Flugterminals in Wuhan wurde am 9. Mai offiziell aufgenommen und soll bis 2014 fertig gestellt werden. Durch den Bau des dritten Terminals wird Wuhan zu einem Flugknotenpunkt in Mittelchina. Wuhan wäre nach Fertigstellung der vierte Flugknotenpunkt in China nach Beijing, Shanghai und Guangzhou. Nach Angaben der Flughafengesellschaft in Wuhan könnte die Passagieranzahl im Jahr 2010 13 Millionen und der Cargotransport 120.000 Tonnen betragen. Unklar ist jedoch noch, welche Stadt den fünften Flugknotenpunkt in Westchina stellen wird. Kandidaten sind unter anderem Chengdu und Chongging. - Erholung des Immobilienmarktes im Bereich Büro- und Ladenvermietung Ein positiver Trend ist in den Bereichen Büro- und Ladenvermietung zu erkennen. Der Mietpreis ist im ersten Quartal erstmals seit einem Jahr um 3,6 Prozent gestiegen. Die Leerstandsrate ist entsprechend um 2,3 Prozent gesunken. Einerseits spielten ausländische Unternehmen eine große Rolle, andererseits haben chinesische Unternehmen besonders im Finanz- und Energiewesen zu dem Wachstum beigetragen. Die Zentralregierung will eine Überhitzung des Immobilienmarktes für private Haushalte verhindern und einer möglichen Immobilienblase entgegenwirken. Es wurden viele Regularien sowohl bei der Kreditvergabe als auch bei dem Ausschreibungsprozess für Grundstücke neu formuliert. Bezüglich der Neuregelungen wird vermutet, dass sich einige Investoren auf die Büro- und Ladenvermietungsbranche konzentrieren werden. Der rasante Anstieg der Immobilienpreise wird als Gefahr für die chinesische Wirtschaft gesehen. Es erinnert an die japanische Wirtschaftskrise der 90er Jahre. Eine höhere Leerstandrate im Immobiliensektor bedeutet ein Rückschlag hinsichtlich der wirtschaftlichen Stabilisierung. - Delegationsreise nach China im August 2010: für Unternehmer mit Interesse in der chinesischen Werbe-, Kommunikations- und Marketingbranche Die von der Mussenbrock & Wang GmbH organisierte Delegationsreise nach China zur „MARCOM BEIJING 2010 exhibition“ richtet sich an kleine und mittelständische Unternehmen aus den Bereichen Werbung, Kommunikation und Dienstleistung mit dem Interesse den chinesischen Markt zu erschließen. Weiterführende Informationen erhalten Sie unter dem folgenden Link: http://marcom.mussenbrockwang.com |