HHLA stellt sich auf die Zukunft ein: Investition in einen umweltfreundlicheren und leistungsfähigeren Gütertransport, Einsatz von neuen emissionsarmen Technologien und ein Energiewende-Projekt im Hamburger Hafen

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Burchardkai: Zusätzliche Kapazitäten im Containerterminal durch Ausbau des Bahnhofs

Die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) hat die Leistungsfähigkeit ihres Containerterminals im Hafen durch einen Ausbau des Bahnhofs gesteigert. Der Containerbahnhof des Terminals Burchardkai (CTB) verfügt nun über zwei zusätzliche Gleise und einen zusätzlichen Bahnportalkran. Alle Kräne werden mit Ökostrom betrieben. Das deutsche Eisenbahnbundesamt (EBA) beteiligte sich an den Kosten des Ausbaus, welche auf 13 Millionen Euro beziffert werden, im Rahmen eines Förderprogramms zur Förderung des kombinierten Verkehrs.

Mit seinen insgesamt zehn Gleisen und vier Bahnkränen kann CTB nun etwa 200.000 Standartcontainer (TEU) zusätzlich umschlagen. Durch den Ausbau steigt die Kapazität des Bahnhofs auf ungefähr 850.000 TEU pro Jahr. Seit 2010 wuchs der jährliche Bahnumschlag der CTB um knapp 50 Prozent. Gleichzeitig stieg der Anteil des Verkehrsträgers Bahn am gesamten Containeraufkommen im Hafen Hamburg auf 42,8 Prozent im Jahr 2017. Damit gilt Hamburg nun laut HHLA als größter Eisenbahnhafen Europas.

Der Ausbau kann als weitere Investition in einen umweltfreundlicheren und nachhaltigeren Gütertransport gesehen werden. Darüber hinaus ermöglicht er eine flexiblere Abfertigung und schnellere Reaktionsmöglichkeiten beim Umschlag auf der Schiene, argumentiert CTB-Geschäftsführer Andreas Hollmann. 

HHLA nimmt erste Hybrid-Van-Carrier in Betrieb

Am Container Terminal Tollerort (CTT) wurden zwei Van-Carrier  mit umweltfreundlichem Hybrid-Antrieb in Betrieb genommen. Diese energiesparende und emissionsarme Technologie transportiert nun Container zwischen Schiffen, Lager, Bahnhof und dem LKW Terminal hin- und her. Die Hybrid-Van-Carrier speichern überschüssige Energie, die beispielsweise beim Bremsvorgang oder beim Senken der Boxen freigesetzt wird, in einer leistungsstarken Lithium-Ionen-Batterie. Im Fahrbetrieb nutzt der Prototyp diese Energie aus der Batterie. Laut dem Hersteller Konecranes brauchen sie damit 15 Prozent weniger Treibstoff pro Jahr als ihre Vorgänger. Dadurch werden CO2-, Stickoxid- und Feinstaub-Emissionen deutlich reduziert und Energiekosten gesenkt. Konecranes prognostiziert eine jährliche CO2-Reduzierung um 30 bis 50 Tonnen je Van-Carrier.

Dieser Schritt unterstreicht HHLA’s nachhaltige Unternehmensstrategie, die darauf abzielt sowohl Ökologie als auch Ökonomie des Containerumschlags weiter zu verbessern. Die innovative Hybrid-Van-Carrier Technik wird HHLA helfen, ihr ehrgeiziges Ziel, die CO2-Emissionen je umgeschlagenem Container zwischen 2008 und 2020 um 30 Prozent zu reduzieren, zu erreichen.

Energiewende-Projekt im Hamburger Hafen

Die HHLA hat gemeinsam mit der Next Kraftwerke GmbH die Forschungs- und Entwicklungsarbeit im Rahmen des Förderprojekts FRESH (Flexibilitätsmanagement und Regelenergiebereitstellung von Schwerlastfahrzeugen im Hafen) begonnen. FRESH ist ein Förderprojekt des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie und wird mit Fördermitteln in Höhe von ca. 1,4 Mio. Euro unterstützt. Ziel des Projektes ist es, die Batteriekapazitäten der am Container Terminal Altenwerder (CTA) eingesetzten automatischen Containertransportfahrzeuge (AGV) als flexible Speicher in das deutsche Energienetz einzubinden, um so zur Netzstabilität bei der Stromversorgung beizutragen.

Eine der größten Herausforderungen bei der Umsetzung der Energiewende in Deutschland ist die Gewährleistung von Netzstabilität, welche bei der Nutzung von erneuerbaren Energien nicht garantiert ist, da wetterabhängige Energiequellen Schwankungen unterliegen. Diese Schwankungen im Stromnetz müssen abgefedert werden um Versorgungssicherheit und eine stabile Frequenz im Stromnetz zu gewährleisten. Mittlerweile liegt der Anteil erneuerbarer Energien am deutschen Strommix bei über 40 Prozent. Daher ermittelt die HHLA nun gemeinsam mit ihren Partnern, inwieweit industriell genutzte, mobile Batteriekapazitäten an das deutsche Stromnetz angeschlossen werden können um Unternehmen und Verbraucher zu allen Zeiten stabil mit Strom zu versorgen.

Der CTA ist das optimale Testfeld für das Energiewende-Projekt: Er zählt zu den modernsten und effizientesten Umschlaganlagen und wird, nach Angaben der HHLA, derzeit zum weltweit ersten Zero-Emission-Terminal weiterentwickelt. Es soll zugleich Testfeld und Versuchslabor für neue technische und umweltfreundliche Anwendungen sein. Die etwa 100 AGV sollen bis zum Jahr 2022 vollständig auf schnelladefähige Lithium-Ionen-Batterien umgestellt werden.

Quellen: 

https://www.hafen-hamburg.de/de/news/erweiterung-des-containerbahnhofs-burchardkai-abgeschlossen-noch-mehr-kapazitaeten-fuer-umweltfreundliche-schienentransporte---36146
https://www.hamburg-news.hamburg/de/hafen-logistik/burchardkai-mehr-kapazitaeten-fuer-schienentransporte/
https://hhla.de/de/2019/01/erweiterung-containerbahnhof.html
https://www.hafen-hamburg.de/de/news/container-terminal-tollerort-hhla-nimmt-erste-hybrid-van-carrier-im-hamburger-hafen-in-betrieb---36151 
https://hhla.de/de/2019/01/hybrid-van-carrier.html
https://www.hamburg-news.hamburg/de/hafen-logistik/energiewende-projekt-im-hamburger-hafen/  
https://www.hafen-hamburg.de/de/news/hhla-leistet-spuerbaren-beitrag-zur-energiewende-containertransporter-sorgen-als-mobile-stromspeicher-fuer-mehr-netzstabilitaet---36165

March 6 2019
Read 38 times Last modified on Dienstag, 12 März 2019 06:23